Positives-Spekulieren: Eine Reise zur Entdeckung vergessener Kompetenzen

Ihr Lieben,

am Wochenende war ich in München im LUISE Kulturzentrum und durfte Dr. med. Dipl. rer. pol. Gunther Schmidt, dem Erfinder der Hypnosystemischen Therapie und Beratung, ein bisschen assistieren. Ca. 50 Führungskräfte und Therapeuten wollten sich 2 Tage lang weiterbilden. Ziele dieser Mission waren unter anderem der Blick auf:

  • Therapie als Raum zur Konzentration auf Aktivierung von Kompetenzen
  • „vielerlei Ichs“ in vielerlei Lebens-Rollen
  • Umgang mit Unterschieden und „Konflikten“ und einige
  • Gesundheitsförderliche Präventionen.

 

Positives-Spekulieren: Die Kunst, verborgene Stärken zu entdecken

Ich will Euch heute zuerst an der Aktivierung von schlummernden Kompetenzen teilhaben lassen.

Das kann, denke ich,  jedermann/frau brauchen, und wir können irgendwie niemals zu viel an Aktivierung der Kompetenzen in uns haben 😉

 

Dazu eignet sich besonders die Übung „Positives-Spekulieren“ über Fähigkeiten und Kompetenzen, die für ein zieldienliches Zusammenleben (z.B. in einer Gruppe, einer Familie, einer Partnerschaft oder in einem Team) nützlich werden können.

 

Hintergrund der Übung: Fokussierung auf Stärken

Jedes Erleben ist Ergebnis der Fokussierung von Aufmerksamkeit. Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens enorm viele unterschiedliche Kompetenz-Muster und bereichernde sogenannte „Eigenschaften“ aufgenommen und aufgebaut, viel mehr, als man/frau jeweils gerade bewusst wahrnimmt oder wichtig nimmt. Wird darauf aber die Aufmerksamkeit gelenkt, wirkt das meist ganz direkt wie eine intensive Anregung zur Aktivierung solcher Ressourcen. Man redet dann nicht nur darüber, sondern im Reden darüber beginnt man diese Fähigkeit (oft sogar wechselseitig) mehr zu leben.
Wir pflegen normalerweise bevorzugt auf „Probleme“, „Schwächen“, „Defizite“ etc. zu fokussieren. Das hat gravierende, meist problemverstärkende Auswirkungen auf die weitere Dynamik in uns und in Gruppen.
Um in einen mehr zieldienlichen wirksamen, Kompetenzen fokussierenden Rhythmus zu gelangen, dürft Ihr Euch aktiv kontinuierlich gegenseitig einladen auf die Stärken und Fähigkeiten zu Fokussieren.
Dies sollte selbstverständlich nichts beschönigen, bagatellisieren oder verleugnen. Wenn danach noch Bedarf besteht, über „Probleme“ zu reden, sollte dieser Bedarf geachtet und beachtet werden.

Ihr könnt vorher schon ausmachen, dass hinterher über ggf. noch vorhandene Probleme geredet werden darf, aber ich bitte Euch, trotzdem zuvor die Übung durchführen.

 

Die Übung in der Praxis – Anleitung und Regeln:

  1. Optimal seid Ihr 4 Leute
  2. Reihum wird jeder von Euch nacheinander in den Fokus gerückt
    und erhält von den anderen der Reihe nach jeweils ein Feedback in der Art:
    „Wenn ich Dich so anschaue und die Begegnung mit Dir auf mich wirken lasse, erlebe ich an Dir als bereichernde, wertschätzbare und hilfreiche Qualitäten/Fähigkeiten: …“
  1. Dann rückt der nächste in den Fokus
  2. Wenn Ihr einmal „rum“ seid, macht Ihr noch 3-4 Runden (oder mehr)
Es gelten folgende Regeln:
  1. Die Rückmeldenden brauchen ihre Feedbacks nicht zu begründen, brauchen es auch nicht gedanklich weiter zu erklären, sie können sich also auch ganz oder teilweise auf ihre intuitive Wahrnehmung verlassen.
    Dies hat den großen zusätzlichen Vorteil, dass so alle von Euch wechselseitig ein informelles Ritual der Wertschätzung für Intuition überhaupt und sehr oft auch für die treffsichere Kompetenz des Intuitiven erleben.
  2. Die Person, welche die Rückmeldung erhält, hört sich das einfach an und muss dazu überhaupt nichts sagen, darf sich aber dazu äußern;
    Allerdings mit der konsequenten Regel, die Rückmeldung „stehen“ zu lassen, also nicht zu relativieren oder zu korrigieren.
    Wenn sie dazu direkt Stellung nehmen will, dann eher in der Art, wie das auf sie wirkt, welche Gefühle Gedanken etc. das in ihr auslöst, bitte ohne die Rückmeldung dabei in Frage zu stellen.

Mit Dieser Übung bekommt jeder von Euch schnell mal mindestens zwölf, je nachdem wie viele Runden Euch Spaß machen sogar 24 oder mehr positive Fähigkeiten, Qualität und mehr wieder ins Gedächtnis gerufen 😊

 

Ein Hauch von Positivität: Wie Rückmeldungen das Selbstbewusstsein stärken

Die Teilnehmer am Wochenende machten diese Übung vor der Mittagspause. Und es machte sich zur Mittagspause eine total energiegeladene positive Stimmung breit.

Nach der Pause berichteten manche Teilnehmer:
„ … das ist ein total tolles Gefühl, und ich hab‘ über die Pause den Inhalt der Rückmeldungen vergessen…“ 😊

… ich bin zutiefst überzeugt, die Rückmeldung ist noch in ihm; die Ressourcen waren ja schon vorher da, und ich bin auch überzeugt, die Ressourcen sind jetzt auch wieder deutlich besser in seinem nutzbaren Zugriff.

 

Ich selbst machte diese Übung vor einigen Jahren zum ersten Mal; Noch heute ist mir eine Rückmeldung in lebendiger Erinnerung (und ich weiß auch noch genau von wem 😉 )
„Der Robert scheint mir auf eine herrliche Art uneitel zu sein 😉“

 

Die Übung ist natürlich besonders geeignet, wenn man sich noch nicht so gut kennt, um ein ganz unvoreingenommenes und sehr oft auch überraschend positives Feedback zu bekommen;

 

Einladung zum Experimentieren und Teilen von Erfahrungen

Meine Einladung an Dich (wenn Du sie annimmst):

Trommle 4 „Besties“ (Freundinnen oder Kumpels) zusammen und spielt das ein paar Runden durch und lasst Euch von dem Effekt überraschen.

 

Die Mutigen schenken vielleicht einer ganz neuen Facebook Bekanntschaft unverhoffte Ressourcen-Spekulation;

 

Und die ganz Mutigen probieren das vielleicht sogar mal demnächst an der Supermarkt-Kasse 😉

 

Erzähl mir gerne in den Kommentaren, oder auf welchem Weg auch immer, von Deiner Erfahrung mit dem Experiment 😉

 

Genieß Deine Ressourcen Dusche! 

 

Ich freu mich von Dir zu hören/sehen/lesen